Braunbär
Im Rahmen des Bärenprojektes wurde das österreichische Bärenmanagement aufgebaut, ein Managementplan erarbeitet, Bärenanwälte eingesetzt und eine länderübergreifende Koordinierungsstelle eingerichtet.
Trotz intensiver Verfolgung war Österreich nie gänzlich bärenfrei. Immer wieder gelangten einzelne Bären aus südlichen Populationen bis nach Kärnten ohne bisher eine eigenständige, sich reproduzierende Population zu etablieren. Wanderfreudige Einzeltiere aus dem Trentino, wo zur Bestandsstützung 10 Bären aus Slowenien freigelassen wurden, erreichen neuerdings Tirol und Vorarlberg.1972 wanderte der so genannte Ötscherbär aus Slowenien kommend in das steirisch-niederösterreichische Grenzgebiet ein. Da er der einzige Zuwanderer blieb, setzte der WWF 1989 eine aus Kroatien stammende junge Bärin im Ötscherland aus. Im Winter 1990/91 stellte sich bereits Nachwuchs ein.
Bis 1993 wurden noch zwei weitere Bären im Ötschergebiet ausgesetzt. Anfangs entwickelte sich die Population viel versprechend. Seit etlichen Jahren ist die Populationsentwicklung jedoch dramatisch rückläufig, vor allem weil viele Bären bereits als ein- bis zweijährige verschwinden. Fast 30 Bären gelten als verschollen. Der Verdacht, dass die Verluste auch auf illegale Abschüsse zurückzuführen sind hat sich durch die Auffindung eines Bärenpräperates bestätigt. Die Klärung und Beseitigung der Ursachen des Verschwindens ist Aufgabe für die nächsten Jahre.
Derzeit gibt im Salzkammergut und in der Ötscherregion höchstens noch 2 männliche Bären. Soll die österreichische "Bärenpopulation" erhalten werden, so dürfte eine Bestandesstützung mit vorwiegend weiblichen Bären aus vitalen Populationen unumgänglich sein. Nachdem über 30 Jahren kein Bär mehr den Weg aus Slowenien bis in die Ötscherregion geschafft hat, erscheint eine Zuwanderung vor allem weiblicher Tiere aus Slowenien in nächsster Zeit so gut wie ausgeschlossen.
Das Lebensministerium, die "Bärenbundesländer" und der WWF tragen die Kosten des Bärenprojektes.
Weitere Infos:
georg.rauer@fiwi.at
www.wwf.at/bearlife
zusätzliche Bärenlinks:
www.kora.unibe.ch
(Schweizer Projekte zu Bär, Luchs und Wolf mit ausführlichen Beschreibungen der Arten)
www.lcie.org
(Seite der Large Carnivore Initiative for Europe - englisch)
Downloads
Managementplan (PDF 1399,1 kB )
27.11.2009, Lebensministerium II/4


