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Fischotter
Foto: P. Weber

Fischotter

Erarbeitung von Grundlagen für die Vernetzung isolierter Fischotterpopulationen.

Der Fischotter (Lutra lutra) gehört zu den stark bedrohten Säugetieren Europas und ist im Anhang 2 der FFH-Richtlinie (Ausweisung besonderer Schutzgebiete) angeführt. In Österreich gilt er laut Roter Liste nach wie vor als "vom Aussterben bedroht" und kommt vor allem im Wald- und Mühlviertel, im Süd- und Mittelburgenland und in der Südoststeiermark vor. Darüber hinaus gibt es kleine Restvorkommen und einzelne wandernde Individuen.

Der Rückgang des Fischotters in den vergangenen beiden Jahrhunderten ist auf die intensive Bejagung, den direkten Lebensraumverlust durch Verbauungen und Trockenlegungen sowie die indirekte Lebensraumzerstörung, wie Gewässerverschmutzung, zurückzuführen. Im letzten Jahrzehnt kann eine langsame Erholung des Fischotterbestandes und damit verbunden auch eine Rückkehr in frühere Verbreitungsgebiete festgestellt  werden. Fischotter können praktisch alle Arten von Gewässern besiedeln. Wesentlich ist das ganzjährige Vorhandensein von Fischen, Krebsen und Amphibien als ihre Hauptbeute.
Die Maßnahmen des Naturschutzes haben sich bisher darauf konzentriert, den Konflikt zwischen Fischotter und Teichwirten durch Entschädigungszahlungen sowie verschiedene Vorbeugemaßnahmen zu entschärfen. Die Fortführung dieser Maßnahmen wird auch in Zukunft von großer Bedeutung sein.

Österreich kommt aufgrund seiner zentralen Lage - im Randbereich der bayerisch-tschechisch-österreichischen und der ungarisch-slowenisch-österreichischen Ottervorkommen - und aufgrund seiner hydrogeografischen Gegebenheiten - Wasserscheide Schwarzes Meer und Nord- bzw. Ostsee - eine zentrale Rolle für die Wiedervernetzung mittel- und osteuropäischer Fischotterpopulationen zu. In einem vom WWF durchgeführten und überwiegend vom Lebensministerium finanzierten Projekt wurden Grundlagen für die Verbindung der derzeit noch isolierten österreichischen Fischottervorkommen erarbeitet. Aus allen Daten wurde ein Konzept erarbeitet, das mögliche Verbindungswege bzw. Hindernisse für die natürliche Wiederausbreitung der Fischotterpopulationen ausweist. 

Weiters wurden Maßnahmen zur Unterstützung dieser Ausbreitung vorgeschlagen.
Das Konzept ist abgestimmt mit den internationalen Schutzbemühungen im Rahmen des gerade entstehenden Otter-Habitat-Netzwerks Europa und soll Basis für die Umsetzung konkreter Maßnahmen werden.

Weitere Infos:

jutta.jahrl@wwf.at
 

27.11.2009,