Fledermäuse
Fledermäuse zählen in Österreich und europaweit zu einer der am stärksten gefährdeten Wirbeltiergruppen. Sie sind daher europaweit geschützt (u.a. FFH-Richtlinie der EU).
Die Weibchen der europäischen Fledermäuse besiedeln im Sommer gemeinsam Quartiere (Wochenstuben), in denen sie ihre Jungen großziehen. Da sich hier das Fortpflanzungspotenzial einer Fledermausart konzentriert, ist der langfristige Schutz dieser Quartiere von großer Bedeutung. Im Auftrag von Salzburg, Kärnten, Tirol und des Lebensministeriums wurde ein Fledermausquartier-Betreuer-Netzwerkes aufgebaut, das inzwischen auch auf Oberösterreich und Vorarlberg ausgedehnt werden konnte. Durch die regelmäßige Präsenz vor Ort wird die Akzeptanz der Fledermäuse in der Öffentlichkeit gestärkt und es ist möglich, Veränderungen am Quartier rechtzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Zudem können durch die regelmäßigen Zählungen der Kolonie Bestandsveränderungen erkannt werden.
Zur Intensivierung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Fledermausschutz wurden zwei EU ko-finanzierte INTERREG-Projekte – eines zwischen Österreich (Kärnten, Salzburg, Tirol) und Italien (Südtirol) sowie eines zwischen Österreich (Kärnten) und Slowenien durchgeführt. Die Schwerpunkte dieser internationalen Artenschutzprojekte lagen in der Erhaltung von Quartieren und Jagdlebensräumen gefährdeter Fledermausarten, der Ausarbeitung und Umsetzung eines standardisierten Monitoring-Programmes, der Umsetzung konkreter Schutzmaßnahmen, der Hilfestellung bei akuten Einsätze sowie der Öffentlichkeitsarbeit zur Verbesserung der Akzeptanz von Fledermäusen. Details zu den Ergebnissen und Aktivitäten im Rahmen der beiden INTERREG-Projekte finden sich unter www.fledermausschutz.at/INTERREG/index.htm.
Auf Initiative der Arge Naturschutz und in Kooperation mit der Gemeinde Feistritz/Gail wurde mit finanzieller Unterstützung des Landes Kärnten und des Lebensministeriums das Kraftwerkhaus Feistritz zum 1. Österreichischen Fledermaushaus ausgebaut. Seit vielen Jahren werden mehrere Räume von der Kleinen Hufeisennase als Sommerquartier genutzt, wo die Weibchen auch ihre Jungen zur Welt bringen.
Das Fledermausquartier dient mindestens drei Arten mit unterschiedlicher Quartiernutzung, ist Informationszentrum über Fledermäuse und Bildungsstätte für Fledermausinteressierte. Im Fledermausraum ist eine vom Lebensministerium finanzierte Webcam installiert. Alle drei bis fünf Minuten wird ein aktuelles Bild übertragen, auch Zeitraffer-Aufnahmen sind abrufbar www.arge-naturschutz.at.
Weitere Infos zum Fledermausschutz in Österreich gibt es bei der
KFFÖ, Koordinationsstelle für Fledermausschutz und Forschung in Österreich
www.fledermausschutz.at, unter
info@fledermausschutz.at oder
unter der Telefonnummer 0676-7530634
30.11.2009,




