Artenschutzprojekt Großtrappe
Die prekäre Erhaltungssituation im gesamten europäischen Verbreitungsgebiet hat die Europäische Union veranlasst, die Großtrappe (Otis tarda) als prioritär zu schützende Vogelart auszuweisen.
Die Mitgliedstaaten – somit auch Österreich – sind daher verpflichtet, umfassende Erhaltungsmaßnahmen zur dauerhaften Sicherung der Restbestände in die Wege zu leiten. Am 28.11.2001 ist das „Memorandum of Understanding on the Conservation and Management of the Middle-European Population of the Great Bustard (Otis tarda)“ von Österreich unterzeichnet worden. Zu den Zielen des Memorandums gehört es, den Großtrappenschutz auf zwischenstaatlicher Ebene zu stärken, die bereits zum Teil seit vielen Jahren bestehenden Programme zum Lebensraumschutz zu unterstützen, sie in einen internationalen Kontext zu stellen und solcherart langfristig rechtlich abzusichern.1940 gab es in Österreich noch 700 bis 800 Trappen, 1995 waren es etwa 60 Tiere. Aufgrund der in den letzten Jahren deutlich intensivierten Schutzmaßnahmen die unter anderem vom Lebensministerium gemeinsam mit den Ländern Niederösterreich und Burgenland sowie der EU finanziert werden, kam es zu einer Wiederbesiedlung von ehemaligen Brutplätzen im Burgenland und einer Bestandserholung im Weinviertel. Die Zahl der in Österreich lebenden Trappen ist in den letzten Jahren wieder auf ca. 175 Tiere angestiegen. Der Winterbestand der westpannonischen Teilpopulation (umfasst Teile von Ostösterreich sowie grenznahe Gebiete in Ungarn, der Slowakei und der Tschechischen Republik) hat sich seit 1995/1996 mit 129 Tieren auf über 350 Individuen erhöht.
Das Wichtigste für die Trappe ist der geeignete Lebensraum. In Niederösterreich und im Burgenland wurden für die Großtrappe großflächige Schutzgebiete (Natura 2000 - Vogelschutzgebiete) ausgewiesen. Im Rahmen der Agrarförderung ÖPUL 2007 bis 2013 wurden insbesondere in diesen Schutzgebieten mehr als 5.000 ha Trappenschutzflächen angelegt.
Seit August 2005 wird in Österreich ein umfangreiches LIFE-Projekt zum grenzüberschreitenden Schutz der Großtrappe umgesetzt. Die Hauptziele dieses LIFE-Projektes sind, die Gefährdung durch den österreichweit wichtigsten Mortalitätsfaktor für adulte und immature Großtrappen, Kollisionen mit Leitungsdrähten, in Österreich zu reduzieren und gleichzeitig die intensiven Managementmaßnahmen in den ostösterreichischen Trappenlebensräumen fortzusetzen. Dadurch soll es auch längerfristig zu einem Anstieg der österreichischen bzw. der gesamten grenzüberschreitenden westpannonischen Großtrappenpopulation kommen. Außerdem soll der Bevölkerung anhand des Trappenschutzes der besondere Wert ihrer regionalen Kulturlandschaft und die Notwendigkeit eines integrierten Naturschutzes im Rahmen von Natura 2000 und LIFE vermittelt werden.
Für die Zeit ab 2011 wird derzeit ein neues Life+ Projekt vorbereitet.
Die in den letzten Jahren erzielten Erfolge des Trappenschutzes beruhen sowohl in Niederösterreich als auch im Burgenland auf der guten Kommunikation mit den Landwirten, Jägern und regionalen Politikern durch die eine hohe Akzeptanz des Großtrappenschutzes erreicht wurde.
Weitere Infos:
rainer.raab@grosstrappe.at
www.grosstrappe.at
01.12.2009,


