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Habichtskauz
Foto: Richard ...

Comeback der größten Waldeule Österreichs

Ein außergwöhnliches Projekt zur Wiederansiedelung des Habichtskauzes wurde gestartet. Grundlage dazu ist der "Aktionsplan Habichtskauz" der maßgeblich vom Lebensministerium mitfinanzierten wurde. 

Der Habichtskauz (Strix uralensis) ist nach dem Uhu die zweitgrößte Eule Mitteleuropas. Während der Uhu das Offenland dominiert, ist der Habichtskauz im Wald Chef. Auffälligstes Artmerkmal ist die fehlende Scheu vor uns Menschen. Diese Eigenschaft begünstigte die Verfolgung und hat maßgeblich zum Verschwinden der Art beigetragen. Außerdem führten forstliche Intensivierung und damit verbunden Lebensraumverlust zum Aussterben in Österreich.

In den letzten Jahrzehnten verbesserten sich die Lebensbedingungen für den Habichtskauz – der Jagddruck sank und neue wertvolle Waldlebensräume entstanden durch Schutz bzw. nachhaltig Bewirtschaftung. Unterstützt wird das Vorhaben von wissenschaftlich geführten Zoos, der Eulen- und Greifvogelstation und dem Forstamts- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien. Die beiden Schutzgebiete „Biosphärenpark Wienerwald“ und „Wildnisgebiet Dürrenstein“ tragen substanziell zur Realisierung des Projekts bei.
 
Neben der Zucht ist die Freilassungsmethode von besonderer Bedeutung um angepasste und überlebensfähige Vögel zu erhalten. Zur Freilassung übersiedeln die Jungkäuze gemeinsam mit den Altvögeln in geräumigen Gehegen im Freilassungsgebiet. Dort können sie sich akklimatisieren und ihre neue Umgebung kennen lernen. Im Spätsommer werden die Käfige geteilt; während die Elterntiere für die Zucht zurückbehalten werden, heben die Jungen lautlos in ihre neue Heimat ab. Die Eltern verbleiben dann noch eine Zeit im Gebiet. Ihre Gegenwart festigt die Standortsbindung der Jungeulen.
 
International besteht großes Interesse an der Wiederbesieldung des Alpennordrands. Die Region ist quasi als Brücke zwischen vorhandenen Beständen zu sehen. Durch ein Wiederansiedelungsprojekt konnte man den Kauz im Bayrischen Wald (D) wieder heimisch machen. Dieses Vorkommen im Norden blieb bisher isoliert. Niederösterreich und Wien könnten im mitteleuropäischen Verbreitungsgebiet künftig wieder als „populationsbiologische Drehscheibe“ fungieren. Ziel ist die Gründung neuer Populationskeimzellen durch regelmäßige Freilassung und ihre Anbindung an die nächstgelegenen Vorkommen unserer Nachbarländer sowie der Schutz geeigneter Lebensräume. Dadurch profitieren nicht nur der Habichtskauz, sondern auch andere gefährdete Arten wie das Auerhuhn, der Weißrückenspecht oder der Zwergschnäpper. Der umweltpädagogische Wert des Projekts liegt damit in der Illustration sensibler Prozesse des Waldökosystems.
 
Das Wiederansiedlungsprojekt wird vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie (FIWI) der Veterinärmedizinischen Universität Wien (VUW) durchgeführt und vom Land Niederösterreich (Naturschutzabteilung) und den Österreichischen Bundesforsten (ÖBf) fianziert.

Projektleitung: Dr. Richard Zink, Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie
weitere Infos: www.habichtskauz.at
 

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01.12.2009,