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Bild in einem Popup öffnenEin aufmerksamer Jäger

Raubwürger

Der Raubwürger ( Lanius excubitor), eine der seltensten Singvogelarten Österreichs, brütete einst in allen Bundesländern außer Wien und Burgenland. Heute liegen seine letzten Brutgebiete in nördlichen Teilen des niederösterreichischen Wald- und Weinviertels. Aus Oberösterreich, das früher einen wichtigen Verbreitungsschwerpunkt des Raubwürgers aufwies, fehlen zwar seit längerem eindeutige Brutnachweise; mehrere Brutpaare im unmittelbaren Grenzbereich Tschechiens geben hier aber zur Hoffnung auf eine Rückkehr als Brutvogel Anlass.

Der etwa amselgroße Raubwürger, der seinen Namen seinem greifvogelähnlichen Aussehen und Verhalten sowie dem regelmäßigen Auswürgen von Nahrungsresten verdankt besiedelt übersichtliche, halboffene, zumindest teilweise extensiv bewirtschaftete Kulturlandschaften. Im nördlichen Waldviertel bevorzugt er Gebiete mit durchschnittlichen Ackerfeldgrößen um 1 ha mit hohen Raindichten, Hecken, Einzelbüschen, Einzelbäumen, Feld- und Bachgehölzen, nicht asphaltierten Feldwegen sowie einem deutlichen Wiesenanteil. Im March-Thaya-Tal des nordöstlichen Weinviertels bilden ausgedehnte Mähwiesen mit eingeschlossenen oder benachbarten Feldgehölzen, Baumgruppen, Hecken, Einzelbüschen und Brachen die Kernbereiche des dortigen Brutvorkommens. Durch seine Lebensraumansprüche ist er in ganz West- und Mitteleuropa überwiegend durch die intensive Landbewirtschaftung bedroht.

Ziel des von der Forschungsgemeinschaft Wilhelminenberg (L. Sachslehner) durchgeführten und vom Land Niederösterreich und Oberösterreich sowie vom Lebensministerium finanzierten Artenschutzprojektes ist ein umsetzungsorientiertes Monitoring hinsichtlich Areal- und Bestandsentwicklung, Bruterfolg sowie der Bedeutung von Veränderungen in der Habitatausstattung wie z.B.: Kommassierungen. Darauf aufbauend wurde der aktuelle Schutzbedarf ermittelt und mit den Landwirten die Bewirtschaftung abgeklärt. Hauptaufgabe dabei ist der zielgenaue Einsatz der Fördermaßnahmen (v. a. ÖPUL 2000 und ländliche Entwicklung). Durch die laufende Betreuung vor Ort können die Probleme und Nutzungskonflikte in den Raubwürger-Brutrevieren erkannt und einer artenschutzverträglichen Lösung zugeführt werden. Auf Grund der laufenden Betreuung der letzten Raubwürger-Brutpaare konnte der Bestand von seinem Tiefststand im Jahr 1997 mit nur mehr 9 Brutpaaren wieder auf über 45 Raubwürger-Brutpaare anwachsen.

Weitere Infos: L. Sachslehner a9903861@unet.univie.ac.at