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Steinkrebs
In zwei Bächen des Innbachsystems, dem Steinbach und dem Kaltenbach (beide im Bezirk Grieskirchen), wurden im Zuge von Kartierungsarbeiten Steinkrebse ( Austropotamobius torrentium) nachgewiesen. Der Steinkrebs gilt in Österreich zwar als häufigster heimischer Krebs, dennoch sind die Bestände aufgrund von Lebensraumverlust durch Verbauungsmaßnahmen und infolge Gewässerverschmutzung stark rückgängig. Hinzu kommt die Bedrohung durch die Krebspest, einer für heimische Krebse tödlich verlaufenden Infektion mit dem Wasserpilz Aphanomyces astaci, die seit Ende des 19. Jahrhunderts immer wieder zu Massensterben führt. In der Roten Liste gefährdeter Tierarten Österreichs wird der Steinkrebs als stark gefährdet geführt.
Die im Steinbach erhobene Population weist die Struktur einer Glocke auf, welche sich durch die geringe Zahl an jungen und sehr alten Krebsen ergibt. Potenziell reproduktive Jahrgänge dominieren den Bestand, wodurch die Population kurzfristig nicht vom Aussterben bedroht ist. Nichts desto trotz gibt die geringe Nachkommenschaft Anlass zur Besorgnis, weshalb der Krebsbestand im Steinbach weiterhin kontrolliert und jedenfalls geschützt werden muss. Im Kaltenbach machen juvenile Krebse hingegen einen weit größeren Teil der Population aus. Bei konstant bleibenden Lebensbedingungen besteht keine akute Gefahr für den Fortbestand der Steinkrebspopulation. In beiden Bächen ergab sich ein Zusammenhang von höherer Besiedlungsdichte und Strukturreichtum im Gewässer. Im Vergleich mit Steinkrebspopulationen anderer österreichischer Gewässer sind die Individuendichten pro m² Bachlauf für beide Bäche gering.
Folgende generelle Maßnahmen sollten im Sinne der Sicherung der Steinkrebsvorkommen im Steinbach und Kaltenbach gesetzt werden:
- Vermeidung des Ausbruchs der Krebspest (kein Besatz mit Krebsen die Überträger von Sporen sein können, u.ä.)
- Natürlichen Strukturreichtum und somit Habitatvielfalt wiederherstellen (Rückbau von regulierten, strukturarmen Gewässerabschnitten)
- Diffuse Schadstoff- und Feinsedimenteinträge aus dem Gewässerumland minimieren (Erweiterung bzw. Anlage von Uferschutzstreifen)
- Punktuellen Belastungsquellen sanieren (Feuchtbereiche und Sedimentabsetzbecken zur Reinigung des belasteten Wassers installieren)
Weitere Infos: C. Gumpinger, cgump@utanet.at


