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Waldhackgut für Biomassekraftwerk
Foto: BMLFUW/Kern

Energie aus Holz

Der Brennstoff Holz verhält sich CO-bilanzneutral. So gesehen ist Holz als Brennstoff praktisch konkurrenzlos. Der gesamte Holzeinschlag beträgt für das Jahr 2006 über 19 Mio. Erntefestmeter, das entspricht einer Zunahme von über 13,5 Prozent im Vergleich zum Jahr 2005.

Wie groß ist die Ressource Holz? Der Holzvorrat in Österreich ist immens. Zu den 1.095 Mio. Vorratsfestmeter im Wald stehenden Holzvorrat kommt ein jährlicher Holzzuwachs von rund 31 Mio. Vorratsfestmeter. Von diesem jährlichen Holzzuwachs werden nur 19 Mio. Vorratsfestmeter jährlich genutzt. Das heißt, es wächst mehr zu, als verbraucht wird. Holz stellt somit eine riesige Ressource auch für die energetische Nutzung dar.
 
Was heißt „CO-bilanzneutral“? CO-bilanzneutral bedeutet, dass nur jene Menge des Treibhausgases frei wird, die der Baum der Atmosphäre im Laufe seines Lebens beim Wachsen entzogen hat und daher dem natürlichen Kohlenstoffkreislauf entspricht.
 
Im Gegensatz dazu handelt es sich bei fossilen Brennstoffen wie Erdöl, Erdgas oder Kohle um Vorräte, die im Laufe von Jahrmillionen gespeichert wurden. Der in diesen Energieträgern gebundene Kohlenstoff wird bei der Verbrennung in kürzester Zeit in so großen Mengen wieder frei, dass er zu einem Ungleichgewicht im CO-Haushalt der Erde und zu einem Anstieg an atmosphärischem Kohlendioxid führt („Treibhauseffekt”).
 
Österreich nimmt beim Anteil der erneuerbaren Energieträger am Gesamtenergieverbrauch sowie auch beim Biomasseanteil eine Spitzenposition im internationalen Vergleich ein. Derzeit werden in Österreich mehr als 17 Prozent der Haushalte (2004) mit Holz, Hackschnitzel, Pellets und Holzbriketts beheizt. Mehr als 700 Fernwärmenetze auf Biomassebasis sind im Einsatz. Immer mehr Gemeinden und Industriebetriebe setzen auf umweltfreundliche Wärme aus Holz.
 
Eine weitere Steigerung ist ökologisch und ökonomisch vorteilhaft. Etwa 40 Prozent des gesamten heimischen Energiebedarfes werden für die Wärmeversorgung der Haushalte eingesetzt.
 
Während die Verwendung von Brenn- und Scheitholz in Einzelöfen weitgehend stagniert, stieg in den letzten Jahren die Fernwärmeproduktion aus Biomasse (2002: 2,7 TWh; 2005: 3,4 TWh).
 
Im Jahr 2006 wurden über 15.200 automatische Holzfeuerungsanlagen neu errichtet.
Insgesamt wurden von 1980-2006 98.109 automatische Holzfeuerungsanlagen mit einer Leistung von 6.860.510 kW errichtet. Davon sind 781 Großanlagen (über 1MW), rund 5.963 mittlere Anlagen (100kW bis 1MW) und rund 91.365 Kleinanlagen (bis 100kW). Mehr als die Hälfte der Kleinanlagen sind Pelletszentralheizungen. Beim Einsatz von Pellets gab es große Steigerungsraten.
 
Umweltpolitisch führt kein Weg an der Biomassenutzung vorbei. Holz ist ein wertvoller Energierohstoff, der Österreich zudem vor Abhängigkeiten von Energielieferanten aus dem Ausland und steigenden Ölpreisen schützen kann.
 
Die Technologie für eine möglichst effiziente energetische Nutzung von Holz ist vorhanden. Der Betrieb und Ausbau sowie die Versorgung von Fernwärmeanlagen schafft zusätzlich neue Arbeitsplätze in den ländlichen Gebieten.
 
Die laufende Produktion von Holz zur Energiegewinnung erfolgt im Rahmen einer nachhaltigen Bewirtschaftung des Waldes. Dies erfordert jedoch bestens ausgebildetes, hoch qualifiziertes Personal. Der verstärkte regionale Bedarf an Holz zur Wärme- und Stromerzeugung bedeutet für die Österreichs Waldbauern und Waldbewirtschafter eine Verbesserung der betrieblichen Einkommenssituation.

15.02.2008,