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Wiederbegrünung einer Schipiste
Foto: BMLFUW/Hopi Media

Schutz vor Naturgefahren

Der Wald schützt uns vor Hochwasser, Muren, Lawinen, Hangrutschungen und Steinschlag. Diese Naturgefahren bedrohen Österreichs Siedlungsräume, Verkehrswege und Wirtschaftsräume.

Im Gebirgsland Österreich stellen alpine Naturgefahren in vielen Gebieten ein Sicherheitsrisiko dar. Österreich verfügt mit drei Viertel der Gesamtfläche über den höchsten Alpenanteil aller mitteleuropäischen Staaten. Mehr als die Hälfte der Staatsfläche (83.855 km) sind Intensivzonen des Schutzes vor alpinen Naturgefahren.
 
Der steigende Siedlungsdruck, die Verkehrserschließung der Alpen sowie starke Wachstumsraten des Tourismus (Schigebiete in hochalpinem Gelände) haben in den letzten Jahrzehnten eine Vergrößerung der gefährdeten Gebiete bewirkt.
 
Aber auch ebene Siedlungsgebiete, die sich aufgrund des Siedlungsdruckes in Auland erstrecken sind hochwassergefährdet. Die Au ist ein potentielles Überschwemmungsgebiet der die Alpen entwässernden Flüsse und Bäche. Das betrifft nicht nur den Donauraum, sondern auch inneralpine Flüsse und Bäche.
 
Hochwasser entsteht durch extreme Niederschläge, die in Einzugsgebieten von Bächen und Flüssen zu einem raschen Anstieg des Wasserabflusses und dadurch zu Überschwemmungen in den Tälern führen.
 
Unter www.hochwasserrisiko.at ist es möglich eine erste Gefahrenabschätzung für das Risiko einer möglichen Überschwemmung entlang von Flüssen mittels Adresseingabe zu erhalten. Dieses Projekt Hochwasserrisikozonierung Austria (HORA) ist eine Kooperation des Lebensministeriums und des österreichischen Versicherungsverbandes.    
 
Durch die Überfrachtung der Wildbäche mit Steinen, Schotter, Schlamm (Geschiebe) und Holz (Wildholz) entstehen Muren. Muren können einzelne Häuser, aber auch ganze Ortschaften wegreißen und zerstören.
 
Nacktes Gestein, das aufgrund der natürlichen Vegetationsstufen vorwiegend in hochalpinen Lagen zu finden ist, ist besonders für Erosion, wie Steinschlag oder Schuttlawinen anfällig. Aufgrund von Klimawandel, Luftverschmutzung und fehlendem Schutzwald kann es aber auch in tiefer gelegenen Lagen zu Steinschlag und Felsstürzen kommen.
 
Als große Gefahr im Winter und während der Schneeschmelze sind Lawinen zu werten. Lawinen bedrohen nicht nur Wintersportler und sämtliche für den Wintertourismus errichtete Infrastruktur. Sie können ganze inneralpine Ortschaften und Verkehrswege gefährden.
 
Zum Schutz vor all diesen Naturgefahren werden Wälder errichtet und gepflegt. Die Bäume der Schutzwälder festigen mit den Wurzeln den alpinen Boden und nehmen Bodenfeuchte auf. Dem Boden wird Wasser entzogen, Muren werden verhindert.
 
Jeder einzelne Baum stellt aufgrund seiner Größe und Verankerung im Gelände eine feste Barriere gegen Lawinen und Steinschlag dar. In Österreichs Schutzwäldern dominieren subalpine Fichtenwälder, montane Fichten-Tannen-Buchenwälder, Latschenflächen und Lärchen-Zirbenwälder.
 
Seit der Novellierung des Forstgesetzes im Jahr 2002 wird der Schutzwald nicht nur in die Kategorien Standortschutzwald und Bannwald, sondern auch in die neue Klassifizierung Objektschutzwald eingeteilt. Während Standortschutzwälder ihren Standort, also sich selbst schützen, sind Objektschutzwälder Wälder, die Menschen, menschliche Siedlungen oder Anlagen sowie kultivierten Boden vor Elementargefahren und schädigenden Umwelteinflüssen schützen.
 
Laut Österreichischer Waldinventur 2000/2002 sind in Österreich 776.000 Hektar, das sind rund 20 Prozent der Waldfläche als Schutzwald anzusehen. Von diesen 20 Prozent Schutzwald sind 8 Prozent Schutzwald im Ertrag und 12 Prozent Schutzwald außer Ertrag. Der Hälfte der Schutzwaldfläche im Ertrag fehlt die natürliche Verjüngung, im Schutzwald außer Ertrag fehlt ein Fünftel der natürlichen Verjüngung obwohl diese notwendig wäre.
 
Es gibt zu wenige Jungpflanzen, die die Schutzfunktion übernehmen könnten, wenn die vorhandenen Bäume dafür zu alt geworden sind. Es sind viele Faktoren, die das Aufkommen der Verjüngung verhindern: Wildverbiss, Waldweide, Vergrasung, Erosion, aber auch Lichtmangel durch ein zu dichtes Kronendach.
 
Der Schutz vor alpinen Naturgefahren ist eine Aufgabe des Forsttechnischen Dienstes für Wildbach- und Lawinenverbauung, einer Dienststelle des Lebensministeriums. Spezialisten analysieren und bewerten Gefahren mittels Gefahrenzonenplänen, planen und setzen Schutzmaßnahmen wie Wildbachverbauten und Lawinenzäune um. In Österreich gibt es über 12.200 Wildbacheinzugsgebiete und rund 6.000 Lawineneinzugsgebiete.

17.06.2008,