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Eierschwammerl
Foto: BMLFUW / Schima

Waldgesundheit

Nur ein gesunder Wald kann seinen Funktionen, der Nutz-, Schutz-, Erholungs- und Wohlfahrtsfunktion nachkommen. Wie aber reagiert der Wald auf Stressoren?

Zu regionalen Belastungen des Ökosystems Wald führen Einflüsse wie Luftverschmutzung, Waldweide, Wildüberhege, Beunruhigung des Wildes durch Tourismus, Verkehr und Siedlungstätigkeit.
 
Schädlingsmassenvermehrungen wie zum Beispiel Borkenkäfer, sowie Sturm-, Schnee und andere witterungsbedingte Katastrophen, führen meist regional begrenzt, zu großen wirtschaftlichen Schäden und Beeinträchtigungen der Waldfunktionen.
 
Wie erfolgt die österreichweite Überwachung des Waldzustandes?
Das Monitoring, eine zeitlich längerfristige Überwachung des Waldzustandes wird durch das Bundesamt für Wald (BFW) durchgeführt. Das BFW ist eine Gesellschaft des Lebensministeriums.
 
Seit über 40 Jahren wird die Östereichische Waldinventur durchgeführt, ein österreichweites Großraummonitoring des Waldzustandes. Es hat das Ziel Informationen über die Ressourcen des Rohstoffes Holz und über Zustand und Veränderung des Ökosystems Wald zu liefern.
 
Das Waldschaden-Beobachtungssystem ist ein weiteres Monitoringprogramm. 
  
Die Kronenzustandsinventur zeigt die Kronenverlichtungen der Nadel- und Laubbäume nach ECE-Kriterien im europäischen Raum. So waren im Jahr 2005 in Österreich 50,5 Prozent nicht verlichtet, 34,7 Prozent waren leicht verlichtet, 11,7 Prozent zeigten eine mittlere Verlichtung und 3,1 Prozent waren stark verlichtet oder abgestorben. 
 
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es vor allem dort Probleme gibt, wo mehrere Schadfaktoren zusammenwirken. Luftverunreinigungen, Windwürfe, Borkenkäfer, Überalterung durch geringe Nutzung und ungenügende Verjüngung in Folge von Wildverbiss und Waldweide erschweren in sensiblen Waldregionen oft die Bemühungen um stabile Waldbestände.
 
Die größte Gefahr für den Wald stellen die Borkenkäfer dar, außerdem ist das vermehrte Auftreten des Eichenprozessionsspinners, der Nonne, des Kieferntriebsterbens, der kleinen Fichtenblattwespe und der Pilzart Phytophthora zu verzeichnen.
 
Bei einem heißen und trockenen Sommer ist mit einem Ansteigen des Schädlingsbefalles und vor allem mit einer erhöhten Waldbrandgefahr zu rechnen. Wie würde sich eine langfristige Klimaänderung auswirken?
 
Eine Klimaerwärmung wird einen wesentlichen Einfluss auf das Wirt-Parasit-Verhältnis haben. Es wird zu Änderungen des Schädlingsspektrums und deren Aggressivität kommen. Auch die Wirtspflanzen werden den Klimaänderungen ausgesetzt sein. Sowohl Steigerungen aber auch Hemmungen der Effekte wären möglich.
 
Schäden im Wald durch Insekten und bestimmte Pilzarten werden zunehmen. Damit können vor allem in schwierig zugänglichen Hochlagenbeständen mit übergeordneter Schutzwaldfunktion existenzielle Probleme auftreten.
 
Neue Schädlinge und Krankheiten werden sich leichter etablieren können, weil sie aufgrund der klimatischen Veränderungen günstigere Entwicklungs- und Überlebensbedingungen vorfinden und durch die Störung des ökologischen Gleichgewichtes die natürlichen Abwehrmechanismen nicht oder nur langsam wirksam werden.
 
Der sensible Schutzwald ist einem stärkeren Befallsdruck und somit größerer Gefährdung ausgesetzt.
 
Welche Forstschutzmaßnahmen wurden ergriffen?
Um den Einfluss des Schalenwildes auf die Verjüngung objektiv festzustellen, wurde ein bundesweit einheitliches Wildeinflussmonitoring eingerichtet. Das Hauptaugenmerk liegt jedoch bei der Bekämpfung von Massenvermehrung der Borkenkäferarten Buchdrucker und Kupferstecher.
 
Schwerpunkte sind die rasche Entfernung der befallenen Bäume, die vorbeugende Bekämpfung, sowie die Förderung der Wiederbewaldung mit Mischbaumarten gemäß den natürlichen Waldgesellschaften. Alle Bundesländer haben wirksame Bekämpfungsmaßnahmen gestartet, die unter anderem die Vorlage von Fangbäumen, ein Monitoring durch Pheromonfallen, die Aufarbeitung und Abfuhr oder das Verhacken und Mullchen von befallenem Material vorsieht.
 
Da ein wichtiger Aspekt das Erkennen von frischem Befall ist, wird eigens ausgebildetes Personal zur Beobachtung von Befall am stehenden Baum eingesetzt.

15.02.2008,