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Boden - Spatenprobe
Foto: LFZ / Buchgraber

Bodenqualität

Der Boden ist Produktionsstätte, Rohstoff, Filter und Lebensraum. Er braucht tausende Jahre zur Entwicklung. Bodenschutz ist somit Schutz unserer Lebensgrundlagen.

Welche weiteren Aufgaben haben land- und forstwirtschaftliche Böden?
Der landwirtschaftliche Boden ist Rohstoff und Produktionsstätte unserer Lebensmittel, wie Getreide, Erdäpfeln, Obst oder Gemüse. Der Waldboden ist Produktionsstätte von Holz und Waldfrüchten.
 
Der Boden bietet Raum für Siedlungen, Betriebe und Verkehrswege.
 
Der Boden als Biotop ist Lebensraum für eine Vielzahl an Organismen. Er ist wie ein riesiger Biokatalysator Transformator von organischem Material wie Laub oder Pflanzenresten und er wirkt wie ein riesiger Filter und Speicher von Wasser.
 
Der nachhaltige Schutz dieser wertvollen Ressource erfordert umfangreiche Anstrengungen.
 
Was sind die größten Gefahren für den Boden?
  • Die Bodenverdichtung und Bodenversiegelung, sowie der Verlust von Boden durch Erosion.
  • Der Flächenverbrauch beträgt pro Einwohner ca. 10m pro Jahr.
  • Die Anreicherung von Schadstoffen wie Schwermetallen setzt den Böden insbesondere in den Bergregionen bei. Die Alpen fungieren als „Prallhang“, an denen die Schadstofffracht aus den europäischen Industriegebieten abregnet und ausgekämmt wird. Durch diese Filterwirkung des Waldes sind die alpinen Böden einer überdurchschnittlichen Belastung ausgesetzt.
 
Der Informationsstand über die österreichischen Böden ist im europäischen Vergleich vorbildlich. Das Monitoringsystem BORIS (Bodeninformationssystem in Österreich) des Umweltbundesamtes sammelt umfangreiches Datenmaterial, wie der Bodenzustandsinventuren und der Waldzustandsinventur. Das Bundesamt und Forschungszentrum für Wald erstellt umfangreiche Untersuchungen der österreichischen Waldböden. Die Österreichische Bodenkartierung hat die gesamten landwirtschaftlich genutzten Böden Österreichs kartiert.
 
Seit dem Jahr 2002 hat Bodenschutz auch eine europäische Dimension. Es geht um ein EU-weit koordiniertes Bodenmonitoring, um die Entwicklung von Bodenindikatoren sowie Maßnahmen des quantitativen Bodenschutzes.
 
Auf diese Basisdaten stützen sich Bodenschutzmaßnahmen:
Der Luftreinhaltung dienen moderne Filter in Industrie- und Kraftwerksanlagen.
Für die Reinigung und Entsorgung von industriellen und gewerblichen Abwässern gelten strenge Umweltnormen, ebenso für Altöle von Tankstellen und KFZ-Werkstätten bzw. die Deponierung von Abfällen.
 
Das österreichische Programm für umweltgerechte Landwirtschaft (ÖPUL) beinhaltet eine Reihe von Maßnahmen zur Erhaltung gesunder Böden:

  • Fruchtfolgen
  • Brachflächen
  • Verzicht auf Düngemittel
  • Viehbesatzgrenzen
  • Förderung des Biolandbaues
  • Erosionsschutz
Durch die zunehmende Zahl an geschützten Gebieten wie Wasserschutz- und Schongebiete, Nationalparks, Natura 2000-Gebiete oder RAMSAR-Gebieten werden immer mehr Flächen der Zersiedelung und der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung entzogen.

22.02.2008,